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Transformation

Eigentum in der Landwirtschaft

Können Maschinen und Land nicht gemeinschaftlich genutzt werden?

Beim Thema Eigentum lohnt es sich, den Blick auf zwei Arten der Produktionsmittel zu richten, die im landwirtschaftlichen Betrieb grundlegend sind: Maschinen und Böden. Zum einen sind das landwirtschaftliche Maschinen, die beispielsweise zur Bestellung der Äcker und zur Ernte gebraucht werden und zum anderen kann das Eigentum an den landwirtschaftlichen Betriebsflächen, also Äckern und Wiesen sowie die Fläche mit den betrieblichen Gebäuden, betrachtet werden.

Maschinen

Landwirtschaftliche Maschinen sind im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft unverzichtbar geworden. Sie haben eine hohe Effizienzsteigerung ermöglicht und damit auch den Großteil an Arbeitskräften ersetzt. So stellen die Maschinen, die im Laufe der Zeit immer größer wurden und sich technologisch stets weiterentwickeln, einen großen Kostenfaktor für die Betriebe dar. Viele benachbarte Betriebe teilen sich deswegen die teuren Maschinen, um Kosten einzusparen.

Ganz im Sinne der Suffizienzstrategie aus der Nachhaltigkeit, betreiben die Landwirt*innen auf diese Weise den Sharing-Ansatz (Sharing engl. für Teilen). Aus Perspektive der Nachhaltigkeit hat das den Vorteil, dass die mit einem hohen Ressourcenaufwand produzierten Maschinen auch ausschöpfend genutzt werden. So stehen weniger Maschinen ungenutzt in den Betrieben.


Boden

Ähnliches lässt sich auch in der Flächennutzung beobachten. Je nach Jahreszeit und Fruchtfolgen wechseln sich manche Landwirt*innen in der Bestellung der Äcker ab.

Eigentum an Boden ist von großer Bedeutung, denn so wird langfristige Planungssicherheit für Landwirt*innen gewährleistet. Planungssicherheit ist in der Landwirtschaft unabkömmlich – die landwirtschaftliche Arbeit ist schließlich in besonderer Form an ihren Standort gebunden, weil eben Boden und Flächen die Grundlage für die Tätigkeit bilden.

Angesichts der steigenden Bodenpreise von knapper landwirtschaftlicher Fläche, ist das wertvolle Gut zunehmend von Wettbewerb geprägt. Doch Boden als lebensnotwendige Grundlage kann nicht wie andere handelsübliche Güter dem Markt überlassen werden. Daher ist es an der Zeit über alternative Eigentumsformen nachzudenken – denn Boden ist für alle da!

Erfahren Sie hier, wie sich die GLS Gemeinschaft für alternative Eigentumsformen und damit für den Schutz dieses wertvollen Gutes einsetzt.

Transformation

Netzwerk Solidarische Landwirtschaft

Sich die Ernte teilen

Solawis (solidarische Landwirtschaften) sind Zusammenschlüsse von Bauernhöfen oder Gärtnereien mit einer Gruppe privater Haushalte. Ein Hof und seine Mitglieder (private Haushalte) bilden eine Wirtschaftsgemeinschaft. Auf Grundlage der geschätzten Betriebskosten für die landwirtschaftliche Erzeugung verpflichtet sich die Gruppe, für das kommende Jahr einen festgesetzten, meist monatlichen Betrag an den Hof zu zahlen und im Gegenzug mit Lebensmitteln versorgt zu werden.

Die Landwirte können sich so unabhängig von Marktzwängen einer umweltverträglichen landwirtschaftlichen Praxis widmen, in der das Tierwohl berücksichtigt, der Boden fruchtbar gehalten und der Kreislauf der Natur eingehalten wird. Die Mitglieder erhalten im Gegenzug die gesamte Ernte saisonal und frisch sowie weiterverarbeitete Erzeugnisse wie Brot und Käse, eben alles, was der Hof herstellt.

Eine Win-Win-Situation

Das ist für alle Seiten vorteilhaft. Die Mitglieder erleben, wie ihre Ernährungsentscheidung die Landwirtschaft und Kulturlandschaft gestaltet. Solawi ermöglicht ein gemeinschaftliches Engagement für Naturschutz und (Arten-)Vielfalt in Verbindung mit einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Die Bauern wissen wieder, für wen sie arbeiten und dass ihre Erzeugnisse wertgeschätzt werden. Und auch bei Ernteausfällen sind sie abgesichert.

Solawi bietet bäuerlichen Betrieben eine Alternative zum „Wachsen oder Weichen“ und trägt zu einem Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft bei. Hier und weltweit.

Weiterführende Links:

https://www.gls.de/privatkunden/wo-wirkt-mein-geld/ernaehrung/netzwerk-solidarische-landwirtschaft/

https://www.solidarische-landwirtschaft.org/startseite

Transformation

Die Preise sind falsch

Im aktuellen System werden unternehmerische Entscheidungen meist unter ausschließlicher Berücksichtigung finanzieller Aspekte getroffen. Die sozial-ökologische Wirkung von Produkten und Produktionen werden dabei außer Acht gelassen, obwohl diese gesamtgesellschaftlich zu hohen Kosten führen. Da diese zurzeit kaum Eingang in den Preis von (landwirtschaftlichen) Produkten finden, sendet der Markt falsche Preissignale, die die wahren Kosten der Produktion nicht widerspiegeln. Die Folge: der Markt ist verzerrt und Produkte mit hohen sozial-ökologischen Kosten sind besonders günstig. Subventionen verzerren den Preis zusätzlich. Das kann nicht nur im Lebensmittelbereich beobachtet werden.

Die UN Food and Agriculture Organisation (FAO) schätzt die versteckten ökologischen Kosten konventioneller Lebensmittelproduktion auf jährliche 2,1 Billionen USD und versteckte soziale Kosten auf jährliche 2,7 Billionen USD.1 In Deutschland stehen den 21 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung der Landwirtschaft 90 Milliarden Euro an externe Kosten gegenüber. Die Kosten sind demnach viermal so hoch wie der Nutzen.2

Vor dem Hintergrund, dass Folgekosten nicht in Marktpreise einbezogen werden, berechneten Wissenschaftler*innen der Universität Augsburg 2018 die externen Kosten, die durch Umweltbelastungen – Stickstoff, Treibhausgase und Energieverbrauch – bei der Produktion von Lebensmitteln entstehen. Im Ergebnis zeigt sich, dass die höchsten externen Folgekosten und damit größten Fehlbepreisungen mit der Produktion konventionell hergestellter Produkte einhergehen. Ein 196 % Aufschlag wäre für konventionelle tierische Produkte und ein 96 % Aufschlag für konventionelle Milchprodukte notwendig. Selbst in dieser Berechnung sind nicht alle externen Effekte, wie die Folgekosten von Pestizideinsätzen eingepreist - die notwendigen Aufschläge lägen demnach noch höher.3 Die niedrigsten Aufschläge würden für Bio-Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs (6 %) erfolgen.

Es gibt Lösungsansätze

Es gibt Initiativen und Projekte, die diese Fehlinformationen und Fehlallokationen zu beheben versuchen. Projekte wie True Cost Accocunting (TCA) und „Richtig Rechnen“ bemühen sich, symmetrische Informationen über landwirtschaftliche Produkte zur Verfügung zu stellen: Alle Konsument*innen sollen Zugang zu allen Informationen haben, welche zur Einschätzung der Nachhaltigkeit eines Produktes relevant sind. Am effizientesten lässt sich dies in der Einführung eines gerechten Preises umsetzen. Ein gerechter Preis beinhaltet Kosten für den Schaden an der Umwelt, der durch das Produkt entsteht und berücksichtigt Bemühungen um Nachhaltigkeit des Unternehmens.

True Cost Accounting (TCA) ist eine innovative Methode zur Berechnung von nicht erfassten Auswirkungen, welche Nahrungsmittel- und Landwirtschaftsunternehmen auf das Natur- und Sozialkapital haben – sogenannte Externalitäten. Diese Auswirkungen werden monetär berechnet, in Euro ausgedrückt und in die finanzielle Berichterstattung aufgenommen. Die „versteckten Kosten“ der unternehmerischen Aktivitäten, die im klassischen System noch externalisiert wurden, werden somit sichtbar gemacht und mit in die Bilanzen sowie Kaufentscheidungen einbezogen. Der Effekt ist eine Berücksichtigung von externen Effekten in Kauf- und Geschäftsentscheidungen. Als wichtiger Akteur in diesem Bereich ist Tobias Bandel zu nennen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Christian Hiß, Demetergärtner und Vorstandsvorsitzender der Regionalwert AG. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit der Frage der Monetarisierung von Ökosystemleistungen. In seinem Buch Richtig Rechnen!, 2015 im oekom Verlag erschienen, entwickelt er Überlegungen zu einer erweiterten, ökologisch-ökonomischen Finanzbuchhaltung, mittlerweile ergänzt um soziale Aspekte. Der Fokus liegt dabei auf land- und forstwirtschaftlichen Betrieben.

Beispiel: Integrierte Kosten-Nutzenrechnung landwirtschaftlicher Betriebe

2017 hat die GLS Bank gemeinsam mit der GLS Treuhand bei Soil & More eine Gesamtkostenanalyse durchgeführt, die die Erfolgsrechnung von drei biologisch bzw. bio-dynamisch wirtschaftenden Höfen und konventionellen Vergleichsbetrieben um wichtige soziale und ökologische Aspekte des landwirtschaftlichen Handelns ergänzt. Basierend auf den Richtlinien des Natural Capital Protocol wurden die Faktoren CO2-Emissionen, CO2-Bindung, Wasserverbrauch und -verschmutzung, Erosion, Bodenaufbau, Biodiversität, Energieverbräuche, Transport der Waren zum Verbrauchenden, Bildungsarbeit und Gesundheit in der Erfolgsrechnung der Betriebe berücksichtigt. Im Ergebnis erwirtschaften die Biobetriebe durchschnittlich einen positiven Nettonutzen in Höhe von rund 720 Euro pro Hektar, wohingegen die konventionellen Vergleichsbetriebe auf Nettokosten in Höhe von durchschnittlich 3.670 Euro pro Hektar kommen. Die bewertete Differenz zwischen den Bewirtschaftungsweisen liegt somit bei fast 4.400 Euro pro Hektar.

Bei einem so stark negativen Betriebsergebnis je Hektar wäre kaum noch ein konventioneller Landwirtschaftsbetrieb rentabel.4

Beispiel: Risikoszenarien für die GLS Bank

2020 hat die GLS Bank Soil&More damit beauftragt, die Nachhaltigkeitsrisiken der deutschen Landwirtschaft zu beziffern. Hierdurch werden die Risiken für landwirtschaftliche Betriebe, für finanzierende Institute und Volkswirtschaften aufgezeigt, sofern keine Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel und den fortschreitenden Biodiversitätsverlust durchgeführt werden.

Quelle: Soil&More, 2021, Nachhaltigkeitsrisiken für die deutsche Landwirtschaft

„Unter der Annahme, dass die höheren Kosten eintreten und die Betriebe den Großteil der gemeinsamen Risiken von Landwirtschaft und Staat übernehmen müssen, ergeben sich daraus zusätzlich 3,7 Mrd. € pro Jahr für die Landwirtschaft aufgrund von Nachhaltigkeitsrisiken. Dies steht einer Kreditsumme von kurz-, mittel- und langfristigen Krediten von insgesamt 54 Mrd. € gegenüber (Deutsche Bundesbank 2020). Es existieren noch zahlreiche weitere, beispielsweise die Entwicklung von ländlichen Regionen (landwirtschaftlicher Strukturwandel, Landflucht, ungenügender Breitbandausbau), soziale Entwicklungen von Betrieben (fehlende Hofnachfolge, anhaltend niedrige Gewinne, Abhängigkeit von Saisonarbeitskräften), Flächenversiegelung und steigende Landpreise sowie Marktentwicklungen wie hohe Preisvolatilitäten und ungleiche Machtverhältnisse.

Es ist zu hinterfragen, inwiefern die momentanen politischen Agrarförderungen den genannten beträchtlichen Risiken entgegenwirken. Somit kommt es derzeit zu der Diskrepanz, dass landwirtschaftliche Betriebe zusätzliche Investitionen und Kosten, die zur Klimagassenkung führen, größtenteils selbst tragen müssen, ohne dass Einsparungen auf Betriebsebene oder eine Einpreisung in die Erzeugerpreise diese ausgleichen. Hinzu kommt, dass es kaum politische Planungssicherheit gibt. „Um den landwirtschaftlichen Strukturwandel (‚Höfesterben‘) nicht durch Klimaschutzauflagen weiter zu beschleunigen, sollten zusätzliche Instrumente außerhalb des Ordnungsrechts entwickelt werden (Schumacher et al. 2019, S.275).“ Eine gezielte, breit angelegte Beratung zu regenerativen, bäuerlichen Praktiken, die eine resiliente und klimaangepasste Art der Landwirtschaft fokussieren, wäre ein Baustein dazu.“
(Quelle: Soil&More, 2021)

Was würden die wahren Preise überhaupt bewirken?

Wahre Preise würden auf der Nachfrage- und Angebotsseite wirken: Würden die Auswirkungen der Herstellung eines Produktes Eingang in den Preis von Lebensmitteln finden, hätten Konsument*innen die Möglichkeit, die ökologischen Auswirkungen ihres Konsums zu überblicken und entsprechende bewusste Kaufentscheidungen zu treffen. Biologisch angebaute Lebensmittel wären dann beispielsweise günstiger als konventionell angebaute Lebensmittel.

Auch hätten Landwirt*innen einen marktwirtschaftlichen Anreiz umwelt- und sozialverträglicher zu wirtschaften, da dies die günstigere Variante ist. Die Weichen für eine sozial-ökologische Agrarwende wären gestellt.

Auch Banken könnten ökologische und soziale Risiken ihrer Kreditnehmer*innen überblicken und Finanzströme würden hin zu zukunftsweisenden Geschäftsmodellen gelenkt. Nicht-nachhaltige Geschäftsmodelle würden für Banken unattraktiver werden und schließlich zu einer Transformation hin zu rentablen sozial-ökologischen Geschäftsmodellen führen. Das wäre ein mächtiger Hebel für eine gesamtgesellschaftliche Transformation.

Risikoszenarien für die GLS Bank

1 Vgl. Soil & More (2018). Gesamtkostenanalyse von drei Partnerbetrieben der GLS Gemeinschaftsbank
2 Vgl. BCG (2019), S. 17

3 Vgl. Gaugler, Michalek (2018)
4 Vgl. Soil & More (2018): Gesamtkostenanalyse von drei Partnerbetrieben der GLS Gemeinschaftsbank

Transformation

Politische Forderung: Abgabe auf Spritz- und Düngemittel!

Als Reaktion auf die Klima-, Biodiversitäts- und Bodenkrise fordert die GLS Bank seit 2017 im Rahmen einer ihrer vier politischen Forderungen eine Abgabe auf Spritz- und Düngemittel, die chemisch synthetische Biozide, Herbizide und Fungizide und künstliche Düngemittel umfasst. Bislang werden negative Folgekosten durch den übermäßigen Einsatz von Spritz- und Düngemitteln nicht internalisiert – werden also nicht in Marktpreisen gespiegelt. Der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln steht in Zusammenhang mit Bodenunfruchtbarkeit, Grundwasserverschmutzung, Artensterben und Krankheiten. Die Kosten für die aufwendige Trinkwasseraufbereitung, für Gesundheitsschäden durch Pestizidrückstände und die Kosten für schwindende Bodenfruchtbarkeit sind zwar getrieben durch die intensive konventionelle Landwirtschaft, werden jedoch von der Allgemeinheit getragen. In der Gesamtbetrachtung stehen die Kosten des Einsatzes von Pestiziden (Ernteausfälle durch Resistenzen, Überwachung von Trinkwasserentnahmestellen, Artensterben, Krankheiten) in keinem Verhältnis zu dem Nutzen des Einsatzes.

Als eine Lösung kann die Herstellung einer Kostenwahrheit herangezogen werden, sodass Marktpreise von landwirtschaftlichen Produktionsmitteln und Erzeugnissen auch deren Sozial- und Umweltfolgekosten berücksichtigen. In einem ersten Schritt kann hierfür eine Lenkungsabgabe auf Spritz- und Düngemittel einen wirtschaftlichen Anreiz für Landwirt*innen geben, weniger Pestizid- und Düngemittel einzusetzen. Zudem wird das preisliche Missverhältnis zwischen Bio- und konventionellen Produkten aufgebrochen, da die Preise konventioneller Produkte die ökologische und gesellschaftliche Wahrheit stärker widerspiegeln. Die Weichen für eine sozial-ökologische Agrarwende wären gestellt.

Das Helmholtz Institut hat eine konkrete Ausgestaltung einer Abgabe auf Pflanzenschutzmittel vorgeschlagen:

  1. Grundabgabesatz in Höhe von 20 Euro für die maximal zulässige Aufwandmenge je Pflanzenschutzmittel (PSM) für einen Hektar im Jahr,
  2. eine Ergänzung dieses Grundabgabesatzes um einen humantoxikologischen Faktor,
  3. eine Ergänzung um einen Zusatz(risiko)faktor von 1,5 für PSM mit Wirkstoffen, die in der EU als Substitutionskandidaten eingestuft sind, sowie einen Zusatz(risiko)faktor von 4 für Haus- und Kleingartenmittel,
  4. die Erhebung der Steuer/Abgabe bei den inländischen Herstellern und Importeuren bzw. den Groß- und Einzelhändlern, damit diese dann die Abgabe auf den Verkaufspreis aufschlagen, wodurch die Anwender*innen wie gewünscht das Preissignal erfahren, und
  5. eine Ausgestaltung möglichst als Wertabgabe, bei der die Abgabe als prozentualen Preiszuschlag ausgedrückt wird, damit der ökonomische Anreiz auch bei Inflationierung real stabil bleibt.1

1 Vgl. Möckel et al. (2015), S. 3

In Anbetracht der fortschreitenden Bodenkrisen und nachdem die Agrarpolitik auf EU sowie Bundesebene daran scheiterten, die Landwirtschaft natur- und sozialverträglich und damit zukunftsfähig zu gestalten, ist es umso wichtiger, Zeichen zu setzen, dass ein Systemwandel unumgänglich ist. Somit fordert die GLS Bank seit 2021 neben der Lenkungsabgabe ergänzend ein Verbot von Pestiziden, die besonders schädlich sind. Das Bündnis für enkeltaugliche Landwirtschaft hat hierzu einen vielversprechenden ganzheitlichen Ansatz erarbeitet.

Transformation

Keine Agrarwende ohne Finanzwende

Unternehmen des Saatgut- und Pestizidmarktes erzielen nicht nur Gewinne durch den Vertrieb ihrer Produkte selbst, sondern auch durch die Erträge auf dem Kapitalmarkt. Dementsprechend entscheidet auch das Finanzkapital, also unter anderem auch der Handel mit Wertpapieren, wie die Zukunft der Landwirtschaft aussehen wird. Für Finanzinvestor*innen sind neue Technologien und Patente auf Saatgut attraktiv, da diese hohe Gewinne versprechen. Es wird immer mehr Agrarland an Konzerne und Investor*innen verkauft. 

1 KBA_2021_Keine Agrarwende ohne Finanzwende

Ein gutes Rating auf dem Kapitalmarkt ist zu einem zentralen Unternehmensziel geworden. Die Transformation der Landwirtschaft kann daher nicht unabhängig von den Entwicklungen auf den Finanzmärkten betrachtet werden.1

Deshalb benötigen wir politische Rahmenbedingungen, welche es ermöglichen, auch in kleineren Strukturen landwirtschaftlich tätig zu sein.