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Über den Bericht

Was erwartet Sie in diesem Bericht?

Mit diesem Bericht laden wir Sie ein, Nachhaltigkeit neu zu denken. Denn ein Nachhaltigkeitsbericht sollte so viel mehr sein als nur über zahlreiche sozial-ökologische Themen und alleinstehende Indikatoren zu berichten. Es geht um die globalen Zusammenhänge und die tatsächliche Wirkung auf soziale und ökologische Werte – die großen Offensichtlichen wie auch die kleinen versteckten. Wir sind schon immer – aus unserem Kern heraus – nachhaltig. Unsere intrinsische Motivation zu Nachhaltigkeit gießen wir in diesem Bericht in ein neues Format, das Nachhaltigkeit und Unternehmenserfolg gemeinsam denkt.

Sie wählen dabei selbst, wie tief Sie in diese Welt eintauchen möchten. Sie können einen oberflächlichen Überblick wählen, oder aber Sie begeben sich in die Tiefen der Umsetzung unseres Nachhaltigkeitsverständnisses und unsere Finanzierung sozial-ökologischer Projekte.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Eintauchen in die Welt der GLS-Nachhaltigkeit!

Methodik

Wo ist der Unterschied dieses Berichts zum klassischen Nachhaltigkeitsbericht?

Klassische Nachhaltigkeitsberichte sind eine Ansammlung von Datenpunkten zu beispielsweise CO2-Emissionen, Wasserverbrauchsdaten oder dem Umgang mit Mitarbeitenden

Diese Daten werden jedoch nicht in einen Kontext gesetzt, der aussagt, ob das Unternehmen damit nachhaltig wirtschaftet, oder nicht. Die alleinige Veröffentlichung von CO2-Emissionen lässt beispielsweise keine Aussage darüber zu, ob das Unternehmen innerhalb des 1,5 Grad Ziels liegt, oder darüber. Unser neuer GLS-Nachhaltigkeitsbericht hingegen misst den Erfolg daran, ob wir sozial-ökologisch innerhalb definierter Grenzen und Idealzuständen wirken.

Mit diesem Bericht gehen wir einen Schritt in Richtung eines integrierten Berichts.

Was ist integrierte Berichterstattung?

Integrierte Berichterstattung beschreibt eine Form der Unternehmensberichterstattung. Ziel dabei ist es, verschiedene Berichtsformate (Nachhaltigkeitsberichte und auch finanzielle Berichte) zusammenzuführen, um Zusammenhänge zwischen den Berichtsinhalten darzustellen. Denn die wirtschaftliche Leistung darf nicht losgelöst von der sozial-ökologischen Leistung eines Unternehmens betrachtet werden.

Daher finden sich in diesem Bericht Elemente unserer nicht-finanziellen Erklärung, unseres Jahresabschlusses und eine Indexierung von GRI- und GWÖ-Indikatoren wieder.

Um eine möglichst große Vergleichbarkeit unseres Berichts sicherzustellen, haben wir uns hauptsächlich an den Empfehlungen des ‚Reporting Blueprints‘ von r3.0 orientiert. Gemäß r3.0 sollten Berichte im Interesse des Lesers ein rundum vollständiges Nachhaltigkeitsverständnisses vermitteln, wobei über die Kernbereiche „Purpose“, „Success“ und „Scalability“ berichtet wird. Wir übersetzen diesen Dreiklang in „Sinn“, „Wirkung“ und „Wandel“. Unter Beachtung dieser Prinzipien können Unternehmen durch ihre Berichterstattung zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft beitragen. Denn indem Unternehmen sich selbst über ihre Vision und ihr Verständnis von Wirkung und Erfolg klar werden, fördern sie Vertrauen in ihr Unternehmen, sowie dessen Innovationsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit.

In integrierten Berichten trifft man immer wieder auf den sogenannten Multikapitalienansatz. Hierbei werden die Logiken des Kapitalismus transformiert, um den Wert weiterer Ressourcen, bzw. Werte, abseits des bekannten Finanzkapitals, zu betrachten und zu schätzen. Denn nicht nur die Höhe des Finanzkapitals definiert den Erfolg eines Unternehmens. Die konventionelle Erfolgsrechnung von Unternehmen beachtet nur Werte, die sich auch in der Bilanz niederschlagen. Dadurch werden die zusätzliche Erfolgswerte, wie zufriedene Mitarbeiter*innen und eine vitale Umwelt, vernachlässigt. Viele Ansätze nennen neben dem Finanzkapital das Naturkapital, Humankapital, Sozial- und Beziehungskapital, Wissenskapital und Produktionskapital. Wir entwickeln daraus im Kapitel „Wirkung“ eigene Kategorien von Werten, die wir für unsere Arbeit benötigen und von denen unser Erfolg abhängt. Wir haben uns dabei bewusst gegen die Begriffe „Naturkapital“, „Humankapital“ etc. entschieden. Denn für uns tragen Lebewesen und die Natur genauso wie Menschen ihren Wert bereits in sich selbst. Dieser Wert ist unabhängig vom Nutzen für menschliche oder wirtschaftliche Zwecke. Wir sprechen stattdessen von „Wertekategorien“.

Wir haben folgende Werte als für uns relevant identifiziert: Natur, Menschen, Geld, Wissen, Beziehungen und Haltung. Die Haltung nimmt dabei eine übergeordnete Rolle ein. Sie bestimmt, worauf wir hinarbeiten und bringt zum Ausdruck, auf welcher Grundlage wir unser Bankgeschäft führen. Unser Bankgeschäft führen wir, in dem wir unser zur Verfügung stehendes Geld und Wissen so einsetzen, dass wir möglichst positiv auf die Werte Natur, Menschen und Beziehungen wirken. Erfahren Sie hier mehr, ob wir diesem Anspruch gerecht werden.

Um festzustellen, ob wir positiv wirken, müssen wir Zielzustände der Wertekategorien definieren. Für jeden Wert gibt es globale Handlungsspielräume, die nicht verlassen werden dürfen. Ansonsten leidet der Wert. Wir orientieren uns hierzu an ökologischen Budgets, die nicht überschritten werden dürfen und an sozio-ökonomischen Idealzuständen, die wir erhalten müssen. Dies wird in der internationalen (auch wissenschaftlichen) Diskussion unter dem Begriff ‚Carrying Capacities‘ diskutiert.

Bei der Darstellung der Werte haben uns an den bekannten Stock-und-Flow-Modellen orientiert. Demnach gliedern wir unsere Werte in ihre Grundlagen. Um dann in einem nächsten Schritt unsere Einflüsse auf die Werte darzustellen, haben wir zunächst die Grundlagen (wo nötig) in detailliertere Elemente unterteilt. Diese Elemente werden einerseits durch uns als GLS Bank beeinflusst. Andererseits nehmen auch äußere Faktoren Einfluss auf die Elemente und erfordern eine Reaktion unsererseits. Mit dieser Unterscheidung, bei der die Systemgrenzen auch immer wieder verschwimmen, versuchen wir die Idee der doppelten Wesentlichkeit in den Bericht zu integrieren und sowohl eine Inside-Out- (die Wirkung der Bank nach außen) als auch eine Outside-In-Perspektive (die Wirkung von außen auf uns als Bank) einzunehmen. Die Einflüsse mehren oder mindern den Zustand der Elemente.

Der beschriebene Multikapitalienansatz ermöglicht uns eine branchenübergreifende Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen und hilft uns auch, innerhalb globaler Budgets und Idealzustände zu denken. Unseren Erfolg messen wir aber auch an der sozial-ökologischen Wirkung unserer Finanzierungen. Dies tun wir mit unserer einzigartigen GLS Wirkungstransparenz: Mit ihr haben wir Zukunftsbilder für unsere GLS Branchen (Erneuerbare Energien, Nachhaltige Wirtschaft, Ernährung, Wohnen, Soziales & Gesundheit und Bildung & Kultur) entwickelt, die unsere Vision einer Zukunft beschreiben. Ein Beispiel: Im Zukunftsbild der Branche Ernährung haben wir als ein Ziel die Stärkung regionaler, dezentraler Wertschöpfungsketten festgelegt. Als Indikator führen wir dabei unter anderem an, wieviel Umsatz ein von uns finanziertes Unternehmen durch regionale Vermarktung erwirtschaftet hat, oder ob das Unternehmen selbst regional einkauft. Somit können wir mit jeder Kreditvergabe messen, wie wir als GLS Gemeinschaft durch Finanzierungen auf unsere Zukunftsbilder einwirken. Mehr zu unserer Wirkungstransparenz erfahren Sie hier.