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Wandel

Es reicht uns nicht, nur das zu ändern, worauf wir unmittelbar Einfluss haben. Für die nachhaltige Entwicklung brauchen wir einen gesamtgesellschaftlichen Wandel. Wie bringen wir uns politisch ein? Wie setzen wir uns für sozial-ökologische Finanzbildung ein? In welchen Netzwerken sind wir aktiv?

Zusammen mit der GLS Gemeinschaft setzen wir uns jeden Tag für eine nachhaltige Zukunft ein. Dabei gehen wir über unser tägliches Geschäft weit hinaus und fordern eine gesellschaftliche Transformation.

Das können wir nicht allein – dafür brauchen wir Verbündete und nutzen unsere Einflussmöglichkeiten.

Als Genossenschaftsbank legen wir dabei besonders viel Wert auf Zusammenarbeit und Gemeinschaft: Unsere Mitglieder können mitbestimmen und ihre Stimme beispielsweise in der jährlichen Mitgliederversammlung oder auf den Mitgliederrundreisen erheben.

Ausnahmslose Abgabe auf den Ausstoß von CO2

Die Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden darf nicht länger auf die Allgemeinheit und zukünftige Generationen abgewälzt werden. Sie muss verursachergerecht durch Abgaben bepreist werden. Wir brauchen eine CO2-Lenkungsabgabe auf die Emission von Treibhausgasen durch fossile Energieträger. Damit werden die Kosten nicht mehr externalisiert, sondern den tatsächlichen Verursachern zugerechnet.


Durch ein klares Preissignal entsteht der Anreiz für eine bessere Ausnutzung vorhandener emissionsärmerer Erzeugungskapazitäten sowie den Ausbau Erneuerbarer. Der Wettbewerb zwischen fossilen, atomaren und erneuerbaren Energien ist dann am realistischsten, wenn die langfristigen Umweltschäden und Zerstörungsrisiken verursachergerecht eingepreist sind.

Konsequente Abgabe auf Spritz- und Düngemittel

Wir können es uns nicht leisten, weiter Raubbau an wertvollen Ökosystemen zu betreiben. Die intensive Landwirtschaft führt zu einer massiven Verarmung der Biodiversität, Tier- und Pflanzenarten sterben zusehends aus. Die Grundwasserbelastung führt in vielen Regionen zu weitreichenden Schäden. Im Interesse der folgenden Generationen müssen wir für sauberes Wasser, Artenvielfalt und intakte Böden sorgen. 

Hier erfahren Sie mehr dazu, wie wir unsere Forderung durch gezielte Unterstützung und Initiierung von Studien vorantreiben.


Wir brauchen eine konsequente Abgabe auf die Nutzung von Pestiziden und Stickstoffdünger, damit sich der Einsatz nicht mehr rentiert und der Bioanbau ausgeweitet wird. Maßgeblich für die Höhe der Abgabe müssen die Kosten sein, die durch Reinigung und Aufbereitung entstehen. Wer Wasser und Boden verschmutzt muss dafür die Verantwortung tragen.

Im Jahr 2021 haben wir uns dazu folgendes Nachhaltigkeitsziel Sensibilisierung und Netzwerk- sowie politische Arbeit zu einer Abgabe auf Spritz- und Düngemittel mit dem Fokus zur Entwicklung eines konkreten Umsetzungsvorschlags gesetzt (innerhalb von 2021).

Bedingungsloses Grundeinkommen

Uns Menschen sollte die Erfüllung der Grundbedürfnisse wie Essen, Kleidung oder Wohnraum garantiert sein. Das ist eine Pflicht unseres Verfassungsstaates. Unsere Wirtschaftsordnung stößt jedoch an Grenzen, wenn es darum geht, den derzeitigen Überfluss sinnvoll und gerecht zu verteilen.


Daher brauchen wir ein Grundeinkommen, das bedingungslos an alle Bürger*innen ausgezahlt wird und eine wirtschaftliche Grundsicherung am soziokulturellen Existenzminimum darstellt. Das bedingungslose Grundeinkommen beseitigt die Stigmatisierung, der Erwerbslose und Sozialhilfeempfänger ausgesetzt sind. Und der Sozialstaat wird von Bürokratie entlastet.

Kapital stärker besteuern und Arbeitseinkommen entlasten

Die Wirtschaft ist in einem großen Wandel. Durch zunehmende Automatisierung steigt die Produktivität in Produktion und Dienstleistung stetig an und die Lohnquote sinkt. Menschliche Arbeit wird – soweit möglich – durch Maschinen ersetzt. Das bedeutet, dass die an die Wertschöpfung gekoppelten Geldströme vermehrt als Rendite dem Kapital zufließen und die Arbeitseinkommen relativ dazu sinken.


Die Finanzierung der öffentlichen Aufgaben sollte mehr aus Kapital und weniger aus Arbeit erfolgen. Wir brauchen daher dringend eine stärkere Besteuerung der Kapitaltransaktionen, des Kapitalertrags und des Kapitals selbst, sowie eine steuerliche Entlastung der Arbeitseinkommen. Abstrakte Finanzprodukte, die nur Geld mit Geld verdienen, müssen weiter eingeschränkt oder verboten werden.

Heute für morgen

Wir machen Zusammenhänge zwischen Finanzen, Klimawandel, Biodiversitätsverlust, sozialer Ungleichheit aber auch zu Transformation, Lenkungswirkungen von Kapital und finanzieller Verantwortung bekannt. Wir zeigen, dass und wie Geld positiv wirken kann, welchen Einfluss jede*r einzelne auf die Wirkung seines/ihres Geldes hat.

Dazu nutzen wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel: das direkte Gespräch mit interessierten Menschen, Öffentlichkeitsarbeit, soziale Medien, Veranstaltungen, Kampagnen und Werbung.


Außerdem haben wir uns selbst einen Bildungsauftrag gegeben, Menschen über die Wirkung von Geld aufzuklären. Dazu richten wir regelmäßig Veranstaltungen zum bewussten Umgang mit Geld aus, halten Vorträge und finanzieren Studien, die den sozial-ökologischen Wandel vorantreiben. In 2020 haben wir beispielsweise die 1,5 °C-Studie von Fridays-for-Future und dem Wuppertal Institut finanziert.

Global Alliance for Banking on Values

Es ist gut zu wissen, dass sich weltweit Banken für einen sinnvollen Umgang mit Geld engagieren. Die wichtigsten nachhaltigen Institute haben sich im Verband Global Alliance for Banking on Values (GABV) zusammengeschlossen.

Als Gründungsmitglied gehört die GLS Bank dem weltumspannenden Netzwerk seit Beginn an. Hier setzen wir uns gemeinsam mit über 41 Millionen Kund*innen aus derzeit 30 Ländern aktiv für den notwendigen Wandel unseres globalen Finanzsystems ein.

Wissenschaft

Wir setzen unsere finanziellen Mittel als Bank auch dazu ein, die Forschung zu unterstützen und finanzierten 2020 die Fridays-For-Future Studie zu möglichen Pfaden einer Klimaneutralität bis 2035. Außerdem haben wir im Rahmen unserer politischen Forderung nach einer Abgabe auf Spritz- und Düngemittel eine Studie mit dem Helmholtz-Institut in Auftrag gegeben, um bisherige Steuersysteme auf Pestizide in Europa näher zu untersuchen, um Ideen und Ansätze für ein System in Deutschland zu evaluieren.

Mehr zu unseren finanzierten Studien lesen Sie hier.

Kommunikation

Darüber hinaus haben wir durch eine umfassende und regelmäßige Pressearbeit mit zahlreichen Interviews in Rundfunk, Print- und Onlinemedien zu einer Verbesserung des Verständnisses finanzwirtschaftlicher Zusammenhänge beigetragen.

Institute for Social Banking

Die GLS Bank ist Gründungsmitglied des Institute for Social Banking, das dazu beiträgt, möglichst viele Menschen für die sozialen und ökologischen Gestaltungsmöglichkeiten des Bankenwesens zu sensibilisieren. Die Angebote, unter anderem ein Masterstudiengang in Social Banking and Social Finance, richten sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von traditionellen und alternativen Banken. Die GLS Bank beabsichtigt, die Zusammenarbeit mit dem Institute for Social Banking zu intensivieren und prüft derzeit die Entwicklung eines speziellen Bildungsprogramms.

Wahn & Sinn

Mit Wahn & Sinn haben wir auf Youtube einen neuen Kanal eröffnet. Auf lockere Weise erklärt Johannes von Streit jungen Erwachsenen, wie Wirtschaft funktioniert, was Geld bewirkt und wie das alles nachhaltig geht. Bei den Videos bleibt die GLS Bank im Hintergrund. Uns geht es vor allem darum, Finanz-, Wirtschafts- und Geldwissen zu vermitteln.

GRI-Verweise:

→ GRI 102-21

GWÖ-Verweise:

→ GWÖ E2.2

Der eigene Erfolg genügt nicht mehr. Wir sehen uns als Teil von Ökosystemen, um gemeinsam wirkungsvoll sein zu können. So können wir gemeinsame Hebel des Wandels identifizieren und bewegen und so zusammen auf unsere Zukunftsbilder hinarbeiten. Neben unserer Mitgliedschaft in Verbänden und Organisationen sind wir als GLS Gemeinschaft – bestehend aus Mitgliedern, Kund*innen und Mitarbeitenden – bereits ein eigenes Ökosystem, in dem wir gemeinsam wirken und auf eine enkeltaugliche Zukunft hinarbeiten.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Neben Partnerschaften in zahlreichen Verbänden halten wir strategische Beteiligungen an Unternehmen, mit denen wir langfristige Geschäftsbeziehungen eingegangen sind. Damit unterstützen wir die Fortsetzung sozial-ökologischer Geschäftsmodelle und agieren oftmals als kooperative Entwicklungspartnerin. Wir unterstützen außerdem Dienstleister aus ideellen und sozial-ökologischen Gründen, ohne dass wir ihre Dienstleistung selbst in Anspruch nehmen. Auch so setzen wir Geld als Gestaltungsmittel ein.

Einige Beteiligungen der GLS Bank im Blitzlicht

sustainabill
Die sustainabill Cloud Plattform unterstützt Einkäufer*innen, Transparenz in Lieferketten zu ermöglichen und so Risiken zu managen, Menschenrechte sicherzustellen und Klima-Emissionen zu verringern.

Konkret können Unternehmen mit der sustainabill Cloud Plattform herausfinden,

  1. wo ihre Produkte von wem hergestellt werden,
  2. wo die Rohstoffe herstammen und wie sie eingesetzt werden,
  3. wie umweltfreundlich die Herstellung ist und
  4. wie fair die Mitarbeiter*innen behandelt werden.

Die Informationen stammen von den Lieferanten und deren Vorlieferanten. Jeder bekommt ein Profil, in dem er seine Vorlieferanten, Zertifikate und Produktionsdaten pro Produkt hinterlegt.

„Wer seine komplette Lieferkette verbessern will, muss auch jedes Element in dieser Kette kennen, vom Rohstoffabbau bis zum finalen Produkt“,

sagt sustainabill-CEO Klaus Wiesen.

Wir halten noch weitere strategische Beteiligungen, die wir hier nicht alle aufführen können. Informieren Sie sich gerne auf unserer Homepage.

Beratungsleistungen
Um unsere sozial-ökologischen Konzepte und Methoden nicht nur in der GLS Gemeinschaft zu nutzen und wirken zu lassen, teilen wir auch mit anderen Finanzinstitute und Unternehmen unsere Erfahrungen und unser Wissen zu Nachhaltigem Wirtschaften. Denn nur gemeinsam schaffen wir die sozialökologische Wende.

Dazu zählen Beratungen zum Aufbau eines internen Nachhaltigkeitsmanagement, zur Messung einer gesellschaftlichen Wirkung, zur Messung einer Klimawirkung oder zur Bestimmung und Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in die Gesamtbanksteuerung. Diese Beratungsleistungen werden wir im Jahr 2021 weiter ausbauen.

Aufgrund von Corona haben wir unser Ziel „200 Veranstaltungen zum bewussten Umgang mit Geld und sozialökologischem Banking“ nicht ganz erreicht. Auch wenn sich die Anzahl verringert hat, so hat sich die Reichweite unserer Veranstaltung doch erhöht, da wir neue digitale Formate erfolgreich einführen konnten. Insgesamt haben wir im Jahr 2020 104 Formate als (Mit-)Veranstalter mit insgesamt 4.554 erfassten Teilnehmer*innen veranstaltet. Nicht zu allen digitalen Formaten liegen auswertbare Daten vor, sodass die Anzahl der erreichten Teilnehmer*innen sogar noch größer war. Mit Klima X haben wir 2020 erstmalig eine digitale Veranstaltungswoche mit 4 Tagen jeweils zu einem Schwerpunktthema (Frauen, Klimaschutz, Systemwandel und Mobilität) gestaltet. Außerdem sind wir regelmäßig Gäste auf Podiumsdiskussionen, stellen unsere Ansätze der Wirkungstransparenz oder der Anlage- und Finanzierungsgrundsätze in Workshops und Seminaren vor und schreiben fachliche Artikel in einschlägigen Zeitschriften zu beispielsweise Klimarisiken.

Dadurch konnten wir unser Wissen nach außen tragen.

Dazu haben wir uns im Jahr 2021 folgendes Nachhaltigkeitsziel gesetzt:

Förderung eines bewussten Umgangs mit Geld in der Gesellschaft durch min. 100 Informationsveranstaltungen und Vorträge im Jahr 2021.