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Wirkungstransparenz

Ernährung

Anspruch, Zielkonflikte & kritische Selbstreflektion - Mit einer ganzheitlichen Perspektive die Ernährung sichern und die Mitwelt schützen

Mit Hilfe des Zukunftsbildes für die Branche Ernährung möchten wir aufzeigen, welche Projekte wir unterstützen, um den Menschen eine gesunde Ernährung zu sichern und gleichzeitig die Umwelt zu schützen. Wir brauchen eine zukunftsfähige Landwirtschaft, die sich nicht ihre eigene Grundlage entzieht. Dafür benötigen wir eine 100 Prozent ökologische Landwirtschaft. In der ökologischen Landwirtschaft ohne Pestizide und chemische Düngemittel, mit artgerechter und flächengebundener Tierhaltung, wird der negative Einfluss auf die Ökosysteme so gering wie möglich gehalten. Durch Kreislaufwirtschaft und regionale Futtermittel wird CO2 eingespart, durch Vermeidung von Monokulturen und Vielfalt an Saatgut und Fruchtfolgen leisten Bio-Bauern einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.

Es darf nicht die alleinige Aufgabe von Umweltschützer*innen sein, Schadstoffe aus der Mitwelt wieder zu entfernen. Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass diese Schadstoffe erst gar nicht in Umlauf gelangen. Lebensmittel legen häufig lange Wege zurück, bis sie auf den Teller kommen. Kurze Transportwege sind nicht nur gut fürs Klima, sondern fördern auch die regionale Wertschöpfung. Gleichzeitig sind viele verschiedene Parteien an der Produktion eines Lebensmittels beteiligt. Wir möchten Unternehmen unterstützen, die faire Partnerschaften mit ihren Lieferant*innen haben und diese in Zukunft ausbauen wollen. Für die Gestaltung der sozial-ökologischen Transformation benötigen wir zudem Innovationen, die die Gesundheit der Menschen und Mitwelt im gleichen Maße berücksichtigen.

Jedes Zukunftsbild einer Branche besteht aus fünf Qualitäten, die wir als zentrale Hebel des sozial-ökologischen Wandels innerhalb der Branche identifiziert haben. Jede einzelne Qualität greift mediale, wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Aspekte auf und eröffnet in Verbindung mit den übrigen Qualitäten eine Diskussion für eine gemeinsame Gestaltung unserer Zukunft.

Neue Wege bestreiten und dabei selbstkritisch bleiben

In der Branche Ernährung unterscheiden wir bei der GLS Bank zwischen zwei Clustern: Ökologische Landwirtschaft und Naturkost. In das Cluster Naturkost gehören verarbeitende Unternehmen (z.B. Hersteller von Bio-Säften), der Großhandel und der Einzelhandel. Zum Einzelhandel zählen wir den kleinen Bioladen um die Ecke, genau wie die Bioläden mit mehreren Filialen sowie Bio-Kisten, welche gerade in der Pandemie in ihren Absatzzahlen sprunghaft gewachsen sind. Im Bereich ökologische Landwirtschaft unterstützen wir biozertifizierte Landwirtschaft und Betriebe, die sich auf den Weg der Transformation hin zu einer biozertifizierten Landwirtschaft machen. Auch die Wald- und Forstwirtschaft gehört dazu. Schwerpunktmäßig stellen wir an dieser Stelle die Wirkung der Bereiche ökologische Landwirtschaft und Naturkost im Jahr 2020 dar.

Was tut die GLS Bank konkret, um das Zukunftsbild der Branche Ernährung zu erreichen?

Im Jahr 2020 haben wir eine zusätzliche Fläche von 5.610,1 Hektar für die ökologische Landwirtschaft mit unseren Krediten ermöglicht, etwa durch den Neuerwerb und die Erschließung von Flächen sowie die Umwandlung von konventionell bewirtschafteten Flächen in ökologische Flächen. 

Wenn wir von einem durchschnittlichen Bauernhof von 60 Hektar ausgehen, entspricht dies knapp 94 kompletten Bauernhöfen, die wir im Jahr 2020 für die ökologische Agrarwende zusätzlich geschaffen haben.

Regional gibt es große Unterschiede bei der gesamterworbenen Fläche und dem Bodenpreis pro Hektar. Insgesamt gab es in Deutschland 2020 einen Zuwachs an ökologischer Fläche von 67.598 ha (BÖLW, 2021),1 somit hat die GLS Bank im Jahr 2020 8,3 Prozent aller neu hinzugekommenen ökologischen Flächen finanziert. Zu diesem Ergebnis gehört aber auch die Tatsache, dass 5.000 Hektar davon auf einen Kunden entfallen,2 der ebendiese Hektar von konventioneller Landwirtschaft auf ökologische Landwirtschaft umstellen wird.

Der Bestand an ökologischer Fläche, den die von uns im Jahr 2020 finanzierten Betriebe haben, beläuft sich auf 21.789,6 Hektar. Dabei liegt der durchschnittliche Flächenbestand bei 286,7 Hektar und der Median der ökologischen Fläche bei 80 Hektar je landwirtschaftlichem Betrieb. Interessant ist ebenso die Größenstruktur der finanzierten ökologischen Betriebe:

Größe der landwirtschaftlichen Betriebe

11 Prozent der finanzierten Höfe haben eine Gesamtgröße unter fünf Hektar und 64 Prozent der Höfe haben eine Gesamtbetriebsgröße zwischen 20 und 100 Hektar und liegen damit unter und oberhalb der durchschnittlichen Größe landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland von ca. 60 Hektar. Große und sehr große landwirtschaftliche Betriebe ab 500 bzw. 1000 Hektar stellen fünf Prozent der finanzierten Betriebe im Jahr 2020 dar. Auch diese großen und sehr großen Betriebe werden benötigt, um die dringend benötigte Umstellung auf 100 Prozent ökologische Landwirtschaft in absehbarer Zeit zu schaffen.

Um unseren Anspruch 100 Prozent ökologische Landwirtschaft zu erreichen, benötigen wir noch viele zusätzliche ökologische Flächen und eine deutliche Steigerung beim Umstieg auf ökologische Anbauflächen. Den Anteil der ökologischen Landwirtschaft in den kommenden Jahren signifikant zu erhöhen, wird ohne größere Höfe und Projekte nicht gelingen. Die Größe des Betriebs sagt dabei nicht unmittelbar etwas über die Qualität aus. Unsere Erfahrung zeigt: Gute Betriebe gibt es in jeder Größe. Wenn wir die Agrarwende in der Breite schaffen wollen, braucht es neben vielen kleinen und mittleren Höfen auch größere Betriebe. 

Bis 2030 sollen in Deutschland mindesten 20 Prozent Ökolandbau vorhanden sein3 – allein dafür würde es ca. eine Verdreifachung der ökologisch bewirtschafteten Flächen in Deutschland benötigen. Das aktuelle Wachstum der ökologischen Landwirtschaft reicht für dieses Ziel bei weitem nicht aus. Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft müssten allein für das 20 Prozent-Ziel ca. 30.000 – 40.000 Betriebe in den nächsten 10 Jahren auf ökologische Landwirtschaft umstellen (BMEL, 2019)4. Vor diesem Hintergrund freut es uns, dass 53 Prozent der von uns finanzierten Betriebe eine Flächenausdehnung in den nächsten ein bis drei Jahren planen. Bei genauer Betrachtung der finanzierten Höfe sehen wir, dass, bezogen auf die bewirtschaftete Fläche, 17 Prozent der entsprechend zertifizierten Hofflächen nach Demeter, 42 Prozent Bioland und 41 Prozent nach anderen Bioanbauverbänden bewirtschaftet werden. Im Rahmen der Datenerfassung wurden die Anbauverbände Demeter und Bioland getrennt erfasst, unter „andere Bioanbauverbände“ ist u.a. Naturland aufgeführt.

Zertifizierte ökologische Anbauflächen

Und wie sieht es im Bereich Naturkost aus?

Allein im Jahr 2020 konnten wir durch unsere Finanzierungen eine zusätzliche Fläche von mindestens 24.293 m2 zur Verarbeitung und Herstellung von ökologischen Nahrungs- und Genussmitteln ermöglichen. Diese Flächen werden z.B. zur Joghurtherstellung, Saftabfüllung oder zum Rösten von Kaffee verwendet. Zum Vergleich: Die von uns finanzierte Fläche entspricht knapp sieben Bio-Molkereien mit jeweils einer Produktionsfläche von 3.500 m2. Damit leisten wir einen Beitrag, um den Anteil von Bio-Lebensmitteln kontinuierlich zu steigern. Und wie steht es um die Zertifizierung der hergestellten bzw. verkauften Lebensmittel?

Wenn wir uns den gesamten zertifizierten Umsatz der von der GLS Bank finanzierten Unternehmen im Bereich Naturkost anschauen, zeigen unsere Ergebnisse, dass Demeter-Produkte mit 31 Prozent den größten Anteil am Umsatz ausmachen. Gefolgt von Bioland (26 Prozenr) und EU-Bio (ebenfalls 26 Prozent).


Anteil Bio-Siegel am zertifizierten Umsatz

Wenn wir uns im zweiten Schritt nun auch zusätzlich den Umsatz anschauen, der nicht nach Demeter, Bioland, Naturland und EU-Bio zertifiziert wurde, ergibt sich folgendes Bild:

Anteil Bio-Siegel am gesamten Umsatz

Nach der aktuellen Datenlage hat der von uns finanzierte Naturkostbereich 30 Prozent seines Sortiments bzw. seiner hergestellten Produkte nicht mit den Siegeln Demeter, Bioland, Naturland oder EU-Bio zertifiziert. Das heißt, diese 30 Prozent haben entweder ein anderes (Bio-)Siegel, kein Siegel oder es fehlen schlicht Daten zur Zertifizierung. Dies bedeutet jedoch nicht, dass 30 Prozent des Sortiments keine Bio-Qualität haben: So lassen kleine Betriebe (und z.B. auch Kooperativen im globalen Süden) ihre Bioprodukte auf Grund der hohen Kosten für die Zertifizierung und des Aufwands teilweise nicht zertifizieren. Gleichzeitig können unter diese 30 Prozent Produkte fallen, die z.B. Fairtrade zertifiziert sind, jedoch kein Bio-Siegel haben und/oder mit einem ausländischen Bio-Siegel zertifiziert sind, welches wir bisher nicht erfassen. Hinzu kommt: Viele Unternehmen wollen Teil der Transformation sein und stellen Stück für Stück ihre Produkte bzw. ihr Sortiment um. Diese Transformation hin zur ökologischen Ernährungswende begleiten wir als GLS Bank.

Ökologische Aspekte spielen eine zentrale Rolle in unserem Zukunftsbild Ernährung. Dazu gehört neben der Zertifizierung auch die Art und Weise, wie und bei wem Produkte und Rohstoffe gekauft bzw. wohin sie verkauft werden. Der Begriff „regional“ ist im Gegensatz zum Begriff Bio rechtlich nicht geschützt und nicht einheitlich definiert. Dementsprechend kann jedes Unternehmen selbst entscheiden, welche Produkte es als regional bezeichnet. Die Kund*innen müssen somit einen genauen Blick auf die Herkunft des Produktes werfen, um zu wissen, in welcher Entfernung das Produkt produziert wurde. Mit unserem GLS Zukunftsbild Ernährung wollen wir explizit auf die Qualität Regionale Wertschöpfung einzahlen. Welchen Beitrag dazu leisten die Unternehmen, welche von der GLS Bank im Jahr 2020 finanziert wurden? Wir haben die Unternehmen und Betriebe in der Branche Ernährung nach ihrem Verständnis von Regionalität gefragt:

Bedeutung Regionalität

Für knapp 60 Prozent unser Kreditempfänger*innen aus dem Bereich Ernährung bedeutet Regionalität, dass die Produkte und Rohstoffe aus einer Entfernung von maximal 70 km kommen. Nur 5 Prozent unserer Kund*innen finden die Bezeichnung für regionale Produkte noch angemessen, wenn die Entfernung über 280 km liegt, wobei 280 km einem Drittel der Nord-Süd Länge Deutschlands entsprechen. Können alle Produkte, die wir konsumieren, regional hergestellt werden? Zum Beispiel finanzieren wir auch Unternehmen, die Kaffee importieren und rösten oder Gewürze an Bioläden verkaufen. Kaffee, Tee und Pfeffer wachsen nicht in Deutschland und können somit nicht als regionale Produkte verkauft werden.

Nicht-regionale Produkte, die einen langen Transportweg hinter sich haben, zeichnen sich oftmals durch eine vergleichsweise schlechte Klimabilanz aus. Deshalb machen sich unsere Kund*innen vermehrt Gedanken darüber, wie dieser Transport möglichst klimaneutral gestaltet werden kann, z.B. mit dem Transport von Kaffee in einem Segelschiff und auf Lastenfahrrädern. Weitere Ansätze unserer Kund*innen bestehen aus der Rettung von Lebensmitteln, der Reduzierung des Verpackungsmülls, Einführung von kompostierbarem Plastik und Aufbau von Eigenproduktion, um unnötige Transportwege zu vermeiden sowie eine optimierte Auslieferung von Waren direkt an Großkunden.

Im Hinblick auf die Förderung der regionalen Wertschöpfung zeigen unsere Ergebnisse aus dem Jahr 2020 auch: 86,8 Prozent unser Kund*innen im Bereich Ernährung führen gezielt Maßnahmen durch, um die Regionalität zu stärken. Hierzu gehören u.a. Schulungen bei Landwirt*innen, damit die benötigten Produkte regional angebaut werden können (z.B. Sojaanbau in Deutschland und regionaler Hafer). Dies ist wichtig, denn nur wenn es regionale Strukturen gibt, über die die Landwirt*innen die Produkte langfristig und sicher verkaufen können, besteht für Kund*innen die Möglichkeit diese zu beziehen. Durch eine regionale Vermarktung entsteht eine Beziehung zu den Kund*innen.

Wie sieht das bei den Landwirt*innen, die von uns finanziert wurden aus?

Bei den Betrieben, die eine Direktvermarktung nutzen, beläuft sich der durchschnittliche Anteil der Direktvermarktung am Umsatz auf 41 Prozent. Absolut bedeutet dies: mehr als 10.198.634 Euro wurden im Jahr 2020 mit einer Direktvermarktung bis 140 km umgesetzt. Bezogen auf den gesamten Umsatz sinkt der relative Anteil der Direktvermarktung jedoch auf knapp 22 Prozent. Bei der Direktvermarktung haben die Menschen die Möglichkeit genau zu wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen und wer sie für sie angebaut hat. So kann der Anonymität zwischen Produzierenden und Konsumierenden entgegengewirkt werden und durch die entstehende Beziehung kann ein anderes Bewusstsein für die Lebensmittelproduktion und den tatsächlichen Wert der Lebensmittel aufgebaut werden. Dieses Bewusstsein führt zu aktiven Kaufentscheidungen, welche sich positiv auf die Gesundheit des Menschen und der Mitwelt auswirken können. Gleichzeitig müssen die Landwirt*innen schauen, ob das gewählte Konzept eine angemessene Lösung für den jeweiligen Standort und die Menschen ist. Es können und wollen nicht alle Verbraucher*innen und Landwirt*innen Direktvermarktung in Anspruch nehmen. Eine gute Zusammenarbeit mit Großhändler*innen, Lieferdiensten und Bioläden kann auch positiv auf die regionale Vermarktung einzahlen. Es darf nicht das Ziel sein, dass alle Menschen mit dem Auto zum Hof fahren, um dort im Hofladen einzukaufen. Deshalb benötigen wir sogenannte Food Hubs: Logistik- und Verteilzentren, in denen regionale Produkte zentral gesammelt werden können. So kann Direktvermarktung in der Region nicht nur an den Endkund*innen funktionieren, sondern auch an Großverbrauer*innen wie Uni Mensen, Cateringunternehmen, Betriebskantinen, Krankenhäuser etc. Dies würde die regionale Wertschöpfung in Deutschland einen großen Schritt voranbringen.

Wie in allen Branchen ist es auch in der Branche Ernährung wichtig, dass Faire Geschäftspartnerschaften geführt werden. Durch zuverlässige und langfristige Geschäftsbeziehungen können alle Beteiligten besser planen und wirtschaften. Jedoch muss jedem Unternehmen selbst überlassen sein, die Geschäftsbeziehung zu beenden, falls sie nicht mehr als sinnvoll erachtet wird. Wenn Unternehmen sich in den letzten Jahren neu aufgestellt haben, wurden auch die bestehenden Geschäftsbeziehungen neu überdacht. So sind neue bzw. kurze Geschäftsbeziehungen nicht per se negativ zu bewerten. Bei der Transformation eines Unternehmens zu einem nachhaltigen Unternehmen kann es dazu kommen, dass alte Geschäftsbeziehungen gekündigt und neue, nachhaltigere Partner gefunden wurden. Außerdem werden neue Geschäftsbeziehungen geschlossen, um neue Produkte auf den Markt zu bringen oder der hohen Nachfrage eines Produktes gerecht zu werden.

Insgesamt ergreifen 92 Prozent der von uns finanzierten landwirtschaftlichen Betriebe Maßnahmen zur Etablierung fairer Partnerschaften. So ist es möglich, dass dem Preisdruck in der Land- und Lebensmittelwirtschaft durch partnerschaftliche Qualitäten wie Vertrauen, Transparenz und Solidarität entgegengewirkt wird. Hinzu kommt: Unsere Kund*innen achten selbst darauf, dass die einzelnen Abhängigkeiten in ihren Lieferketten nicht zu groß werden. Diesen Aspekt wollen wir in Zukunft noch besser verstehen lernen.

Die aktuellen und anstehenden Herausforderungen, z.B. Klimawandel und Sicherung des Humusgehalts im Boden, benötigen Innovationen: Dies kann das Entwickeln einer Initiative zum Humusaufbau sein, aber auch die Unterstützung von ökologischen Saatgutzüchtungs-Projekten ist in Bezug auf die Klimakrise in der Land- und Lebensmittelwirtschaft elementar. Unsere Erfahrung in der Praxis zeigt: Das soziale Engagement unserer Kund*innen ist groß. Viele spenden beispielsweise durch den Verkauf ihrer Produkte einen Anteil an entsprechende Initiativen. In Zukunft wollen wir dies als Kriterium bei unseren Kund*innen erfassen, sodass wir darüber genauere Auskünfte geben können.

Wir benötigen gesunde, anpassungsfähige und vielfältige Sorten, um eine Gesunde Ernährung sicherzustellen. 82 Prozent unserer Kund*innen in der Branche Ernährung haben bereits Maßnahmen zur Förderung gesunder Ernährung und der Ernährungsbildung entwickelt. Wie immer ist es eine Frage des Blickwinkels: Wir können in den aktuellen Herausforderungen nicht nur Risiken sehen, sondern auch Chancen. So haben unsere Unternehmen die Chance, die zukunftsfähige Transformation mitzugestalten.

Zukunft denken, verstehen und stärken – Mit einem gemeinsamen Ziel für die Zukunft einstehen

Wie können wir die Vision einer Land- und Lebensmittelwirtschaft, die ökologisch, regional, fair, innovativ und gesund für Mensch und Mitwelt ist, stärken? Wir versuchen dies sowohl im Innen als auch im Außen umzusetzen: Einerseits richten wir den kritischen Blick in die Bank, also auf die aktuelle Wirkung unserer Finanzierungen. Wo sind Verbesserungspotenziale? Wie können wir Firmenkund*innen gezielt begleiten, ihre Geschäftsmodelle in Richtung von Klima- und/oder Biodiversitätsschutz, regionaler Vermarktung, oder Innovationen für eine zukunftsfähige Ernährung weiterzuentwickeln? Deshalb wollen wir in Zukunft das Volumen, welches wir in ökologische Landwirtschaft investieren, deutlich vergrößern. Wir bringen die Agrarwende voran!

Andererseits richten wir den kritischen Blick nach außen und identifizieren die notwendigen Hebel der Politik, um die Transformation voranzutreiben. Hierzu knüpfen wir Netzwerke und fordern politische Rahmenbedingungen, wie einen lenkungswirksamen CO2-Preis und eine Abgabe auf Spritz- und Düngemittel. Wir arbeiten mit verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen zusammen, um die Diskussionen auf eine fundierte wissenschaftliche Grundlage zu setzen.

Gemeinsam mit unseren Kund*innen können wir zudem Projekte realisieren, die neue Wege gehen und ein besonderes Augenmerk auf unser Zukunftsbild legen, diskutieren, versuchen, Erfolge feiern und Verfehlungen aufarbeiten. Eine gesunde Ernährung mit 100 Prozent Bio-Zertifizierung, regionaler Wertschöpfung, fairen Partnerschaften, Innovationen und unter Einbindung vieler Akteur*innen ist machbar und zukunftsfähig. Dafür lasst uns streiten. Ausgewählte Beispiele unserer Kund*innen finden Sie nachfolgend.

Der Dottenfelderhof übernimmt Verantwortung für die Zukunft der Landwirtschaft: https://blog.gls.de/bankspiegel/einzelaehrendrescher-saatgut-im-fokus/

Andechser zeigt, wie eine Beziehung zwischen Kund*innen und Landwirt*innen aufgebaut werden kann:
https://blog.gls.de/bankspiegel/nachhaltigkeit-von-kuehen-flaschen-und-taschen/

Odefey & Töchter macht vor, wie zukunftsfähige Landwirtschaft funktioniert: 
https://blog.gls.de/kundenportraet/weide-huehner-odefey-toechter/

BioBoden sichert Fläche für die Biolandwirtschaft:
https://blog.gls.de/landwirtschaft/bioboden-gemeinsam-fuer-zukunftsfaehige-landwirtschaft/

Wussten Sie schon?

Die GLS Bank fordert seit vielen Jahren eine Abgabe auf Spritz- und Düngemittel. 2020 hat die GLS Bank eine Studie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Auftrag gegeben, in der die Wirkung und Umsetzbarkeit einer Pestizid-Abgabe untersucht wurde. Die Studie zeigt: Eine Pestizid-Abgabe in Deutschland würde den Einsatz der synthetischen Mittel annähernd halbieren. Ein breites Bündnis aus NGOs (Greenpeace, WWF uvm.) unterstützen die politische Forderung der GLS Bank.

In der GLS Gruppe gibt es verschiedene Initiativen, die sich für eine zukunftsfähige Landwirtschaft engagieren. Lesen Sie hier mehr.

Wir sind Teil der Initiative „True Cost Accounting“, zusammen mit Soil&More und weiteren Pionieren, die sich dafür einsetzen, die wahren Kosten in der Lebensmittelherstellung transparent zu machen.

Hinweis

Seit dem 1. Januar 2020 ist die Wirkungstransparenz im Kreditbereich der GLS Bank fest verankert. Im Jahr 2020 konnten wir bereits für über die Hälfte der Neukredite die sozial-ökologische Wirkung systematisch erfassen. Zugeschnitten auf das jeweilige Geschäftsmodell und die Branche, erfassen unsere Berater*innen gemeinsam mit den Firmenkund*innen die entsprechenden Wirkungsdaten. Dabei beruhen einige Wirkungs-Datenpunkte auf Schätzungen bzw. auf der Einschätzung der Firmenkundenberater*innen.

3 Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Zukunftsstrategie ökologischer Landbau, 2019: https://www.oekolandbau.de/fileadmin/redaktion/dokumente/service/Zukunftsstrategie_Oekolandbau_barrierefrei.pdf
4 Ebd.