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Stärkende Einflüsse

Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten

Wir kooperieren mit verschiedenen Bildungseinrichtungen.

Foto: Tanja Münnich 

Regelmäßig arbeiten bei uns junge Menschen von der Uni Witten-Herdecke als Werkstudierende; Studierende der Alanus Hochschule Bonn absolvieren bei uns in verschiedenen Abteilungen der GLS Bank ihre Praktika. Das macht gleich doppelt Spaß: Einerseits bekommen Studierende Einblicke in aktuelle Themen mit hoher Praxisrelevanz, andererseits bekommen wir wissenschaftlichen Input zu Themen, die uns bewegen.

Zum Beispiel haben wir 2021 mit Studierenden der Leuphana Universität aus Lüneburg abteilungsübergreifend zu verschiedenen Projekten zusammengearbeitet und haben dabei wertvollen Input erhalten. Mehr Informationen dazu finden Sie hier:

Finanzierung von Kongressen und Workshops

Climate Farmers

Der Kohlenstoffmarkt birgt großes Potenzial die Umstellung der Landwirtschaft auf Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel zu fördern. Deshalb haben wir 2021 einen Kongress der Climate Farmers zum Thema bäuerliche CO2-Zertifikate unterstützt. Da bisher jedoch gesamtgesellschaftlich zu wenig Klarheit darüber besteht, wie die Landwirtschaft effektiv in den Kohlenstoffmarkt eingebunden werden kann, haben wir aufbauend auf dem Kongress eine Workshop-Reihe zu diesem Thema gestartet. Gemeinsam mit unseren Partner*innen u.a. Climate Farmers und die Akademie Schloß Kirchberg wollen wir Wege finden die Leistungen, die insbesondere die regenerative Landwirtschaft erbringt, auch entsprechend wirtschaftlich zu würdigen, um die sozial-ökologische Transformation zu beschleunigen.

r3.0 Konferenz 2021

2021 haben wir die “8th International r3.0 Conference” von r3.0 als Sponsorin unterstützt. Bei der Konferenz standen die Themen “Education & Governance”, “Finance & Growth”, “Value & Circularity” und “Science & Behaviour” im Fokus. Als gemeinnützige globale Plattform veröffentlicht r3.0 zu den genannten Themen Blueprints und Whitepapers, um eine stabile und regenerative Welt zu schaffen. Wir orientieren uns an eben diesen für unsere Methodik der Berichterstattung und sind gerne Partnerin einer Konferenz, die den Austausch zu diesen Themen ermöglicht.

Systemanalyse Landwirtschaft

Die Landwirtschaft stärker in umwelt- und menschengerechte Strukturen zu lenken, ist seit unserer Gründung ein zentrales Ziel unserer Arbeit und wesentliches Anliegen unserer Kund*innen. Um auf das System positiv wirken zu können, wollen wir verstehen, wie das System Landwirtschaft als solches funktioniert und an welchen Punkten wir als GLS Bank die effektivste Wirkung entfalten können. Gemeinsam mit unserem Partner SystemLogics haben wir deshalb ein Workshopreihe organisiert. Diese hat uns geholfenwesentliche Treiber im System Landwirtschaft zu identifizieren. In einem zweiten Schritt wollen wir diese theoretischen Ergebnisse durch ein Realexperiment in Zusammenarbeit mit der BioBoden Genossenschaft kritisch prüfen und auf unser Zukunftsbild übertragen.

Foto: Marianne Steinmeier 

Wissenschaftliche Artikel, Vorträge und Podiumsdiskussionen

Auch im Jahr 2021 konnten wir unsere digitale Reichweite durch neue Formate deutlich vergrößern. Insgesamt hatten wir im Jahr 2021 103 Veranstaltungen – davon 33 analog und 70 digital - mit insgesamt 14.693 angemeldeten Teilnehmer*innen. Teilnehmer*innen, die nur über den Livestream teilgenommen haben, sind hier nicht eingefasst. Außerdem sind wir regelmäßig Gäste auf Podiumsdiskussionen, stellen unsere Ansätze der Wirkungstransparenz oder der Anlage- und Finanzierungsgrundsätze in Workshops und Seminaren vor und schreiben fachliche Artikel in einschlägigen Zeitschriften zu nachhaltigen Themen wie beispielsweise den Klimarisiken.

Dadurch können wir unser Wissen nach außen tragen. Auch unseren GLS Blog nutzen wir, um Wissen nach außen zu kommunizieren. Dort erfahren Sie beispielsweise etwas über Klimamythen, nachhaltiges Wohnen und Interviews mit Wissenschaftler*innen.

Dazu haben wir uns im Jahr 2022 folgendes Nachhaltigkeitsziel gesetzt:

  • S10-O4: Förderung eines bewussten Umgangs mit Geld in der Gesellschaft durch min. 100 Informationsveranstaltungen und Vorträge in 2022

Foto: Tanja Münnich 

Alle Highlights aus 2021 finden Sie im Kapitel Wandel unter Veranstaltungen im Rampenlicht.

X-Degree-Compatibility

Klimakompatibilität

Was ist die X-Degree-Compatibility kurz XDC?

Die Methode der X-Grad-Kompatibilität (X-Degree-Compatibility) hat das Frankfurter Start-up right.based on science entwickelt. Sie zeigt an, wie etwa ein Unternehmen oder eine Anleihe sich auf die Erderwärmung in Form einer Grad-Celsius-Zahl auswirkt. Diese Kennzahl geht deutlich weiter als der reine CO2-Fußabdruck. So ist es möglich, dass wir als Bank angeben können, ob unsere Investitions- und Kreditentscheidungen im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen stehen.

Wofür brauchen wir die XDC?

Neben den klassischen Faktoren der Rendite, Sicherheit und Liquidität müssen auch Nachhaltigkeitsaspekte, wie die Klimawirkung Eingang in Investitions- und Finanzierungsentscheidungen finden. Nur dann können Geldflüsse gezielt in zukunftsträchtige und klimafreundliche Unternehmen und Projekte gelangen. Hierzu ist Transparenz über die Klimawirkung von Fonds und Unternehmen notwendig.

Wie wird die XDC berechnet?

In einem ersten Schritt werden die aktuellen Treibhausgasemissionen und die Bruttowertschöpfung aller Titel im Portfolio ermittelt. Auf dieser Basis und unter Zuhilfenahme von Annahmen hinsichtlich des Wirtschaftswachstums und der Entkopplung von Treibhausgasemissionen und der Bruttowertschöpfung wird in einem zweiten Schritt ermittelt, wie viele Emissionen ein Unternehmen zwischen heute und 2050 insgesamt produzieren wird. Um verschiedene Unternehmen miteinander vergleichen zu können, werden die Emissionen normiert: Wie viele Emissionen würde das Unternehmen benötigen, um eine Bruttowertschöpfung von einer Million Euro zu generieren? Dieses Verhältnis von Emissionen zu Bruttowertschöpfung (BWS) wird als ökonomische Emissionsintensität verstanden. Diese wird im nächsten Schritt auf alle Unternehmen weltweit übertragen, um die absolute Menge an CO2e zu bestimmen, die die Atmosphäre bis 2050 erreichen würde, wenn alle Unternehmen so viele Emissionen für ihre Geschäftstätigkeiten benötigen würden. Diese Menge an CO2e wird mit dem restlichen CO2-Budget verglichen, das der Menschheit noch zur Verfügung steht, bevor die Erderwärmung 1,5 bzw. 2 °C erreicht. Mithilfe eines Klimamodells, das auch der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) verwendet, wird schließlich die XDC in Form einer Gradzahl angegeben, die die Klimawirkung darstellt. Diese X-Grad Kompatibilität gibt somit schließlich an, wie sehr sich die Erde erwärmen würde, wenn jedes Unternehmen weltweit so emissionsintensiv wirtschaften würde, wie das betrachtete.

Was sind die Ergebnisse?

Die XDC Berechnungen für das GLS Kreditportfolio und den GLS Bank Aktienfonds sind abgeschlossen:

GLS Kreditportfolio:  Das Kreditportfolio der GLS Bank ist auch im Jahr 2021 1,5°C kompatibel.

GLS Bank Aktienfonds: Die XDC Gap zum 1,5°C-Ziel, liegt bei +0,7°C. Wir arbeiten aktuell daran, die Datenlage zu verbessern um so beispielsweise die Emissionsreduktionsziele der Unternehmen mit zu berücksichtigen, wodurch die Ergebnisse noch präziser werden.

Innerbetriebliche Prozesse GLS Bank: Die XDC-Berechnung der innerbetriebliche Prozess für das Jahr 2021 sind noch nicht abgeschlossen. Im Jahr 2019 und 2020 waren wir als GLS Bank mit unseren innerbetrieblichen Prozessen 1,5 °C kompatibel. 

GLS Bank Klimafonds: Die Berechnung wurde gestartet und uns liegen Zwischenergebnisse vor. Diese sind jedoch noch nicht repräsentativ, da die Green und Sustainability Bonds noch nicht berücksichtigt werden konnten. Um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu den Vorjahren sicherzustellen, werden die Green und Sustainability Bonds nun in einem zweiten Schritt betrachtet.

Bei Green und Sustainability Bonds handelt es sich um projektgebundene Anleihen, mit denen Unternehmen Kapital in klimaschützende und weitere nachhaltige Vorhaben lenken. Als Mischfonds kann der Klimafonds somit in ressourcenschonende Unternehmen und gezielt in klimaschützende Aktivtäten investieren.

Baseline-XDC

Die Baseline-XDC unterstellt eine Fortführung der historischen Entkopplung von Emissionen und Wirtschaftswachstum bis 2050. Durch den Übertrag der Emissionsintensität auf alle Unternehmen weltweit wird eine Erderwärmung in Form einer °C-Zahl errechnet. Dadurch ist erkennbar, um wie viel Grad sich die Welt erwärmen würden, wenn alle Unternehmen so wirtschaften würden, wie das eine, welches gerade betrachtet wird.


Sektor-XDC

Damit sich Unternehmen mit ihrem Sektor vergleichen können, werden für die Sektor-XDC durchschnittliche Sektor-Emissionsintensitäten angenommen und in der Sektor-XDC angegeben. Dadurch wird zum Ausdruck gebracht, um wie viel Grad sich die Welt erwärmen würde, wenn alle Sektoren so wirtschaften würden, wie der gerade betrachtete Sektor. Beim Vergleich der unternehmensspezifischen Baseline-XDC zur Sektor-XDC kann betrachtet werden, ob ein Unternehmen zu einer höheren bzw. niedrigeren Klimawirkung als der Branchendurchschnitt beiträgt.


Scenario-Based-XDC

Welche Auswirkungen verschiedene Zukunftsszenarien und selbst gesteckte Klimastrategien auf die unternehmensspezifische XDC haben, kann mithilfe der Scenario-Based-XDC simuliert werden.

Target-XDC

Mithilfe der Target-XDC werden die Ergebnisse der Baseline-, Sektor- und Scenario-Based-XDC kontextualisiert. Verschiedene Sektoren müssen ihre Emissionen unterschiedlich stark reduzieren, damit die Erderwärmung insgesamt auf unter 2°C begrenzt werden kann. Der Sektorbezug ist dabei wichtig, weil manche Branchen (zum Beispiel Telekommunikation) einfach von Natur aus weniger emissionsintensiv sind als andere (wie beispielsweise die Landwirtschaft).

Unter Berücksichtigung von sektor-spezifischen Reduktionspfaden kann überprüft werden, ob ein Unternehmen das Sektorziel erfüllt und im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen steht. Damit kann ein Unternehmen, das eine unternehmensspezifische Baseline-XDC von über 2°C erzielt, dennoch mit den Pariser Klimazielen übereinstimmen. Es kommt immer auf den Unterschied zwischen Baseline-XDC und Target-XDC an. Diese Differenz wird auch XDC-Gap genannt.

Unsere Nachhaltigkeitsziele

  • S2 Ausrichtung des Anlage- und Kreditportfolios an den Zielen des Pariser Klimaabkommens (1,5°CKompatibilität) in 2022
  • S2-O1 Abgleich der Emissionen des GLS Kreditportfolios mit dem 1,5°C-Ziel in 2022
  • S2-O2 Abgleich der Emissionen des GLS Bank Klimafonds mit dem 1,5°C-Ziel in 2022
  • S2-O3 Abgleich der Emissionen des GLS Bank Aktienfonds mit dem 1,5°C-Ziel in 2022
  • S2-O4 Abgleich der Emissionen der Wertpapiere in den GLS Eigenanlagen mit dem 1,5°C-Ziel in2022
  • S2-O5 Verbesserung der Datenqualität bei der XDC-Erhebung in 2022
  • S2-O6 Umgang mit methodischen Herausforderungen in 2022

True Cost Accounting

Wahre Kosten

True Cost Accounting oder Ökonomie „richtig berechnen“

Unternehmerische Entscheidungen werden häufig unter rein finanziellen Aspekten getroffen. Dabei werden externe Kosten wie Umweltverschmutzung meist nicht berücksichtigt. Die Zahlen zeigen folglich nicht die ganze Wahrheit. Gäbe es ein System, das soziale und ökologische Kosten und Leistungen berücksichtigt, kämen Unternehmen zu anderen Geschäftsmodellen – und Banken zu anderen Kreditentscheidungen.

Daher beteiligt sich die GLS Bank an der Ausgründung der TrueCostAccounting-Initiative aus Soil&More, um die Weiterentwicklung der Methodik finanziell sowie mit unserem Wissen zu unterstützen.

True Cost: Die Folgen der falschen Preise zahlen wir alle

Für eine Großzahl der Banken stellen die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung die wichtigsten Seiten im Rahmen eines Kreditantrags dar. Hier befindet sich das Geschäftsmodell des Unternehmens übersetzt in Zahlen wie Umsatzerlöse, Produktions- und Betriebsmittel und Personal. Nach dieser Grundlage werden Bonitäten bestimmt und Kreditwürdigkeiten berechnet.

Doch: Diese Zahlen zeigen nur die halbe Wahrheit des Geschäftsmodells und damit die Risiko- und Ertragslage des Unternehmens. Artensterben, Waldrodungen und Trinkwasserverschmutzung sind einige Folgen heutiger wirtschaftlicher Aktivitäten, die die Gesellschaft und damit auch Unternehmen bedrohen. Ein Beispiel: Landwirte, die zu viel düngen, gefährden sauberes Trinkwasser, für dessen Aufbereitung die Gesellschaft zahlt. Gleichzeitig gefährden sie jedoch auch die Bodenfruchtbarkeit in ihrem Betrieb.

Negative oder positive Effekte auf Umwelt, Mensch und Gesellschaft werden weder im Produktpreis noch im Unternehmenswert berücksichtigt, sodass die klassische Unternehmensrechnung ein unvollständiges Bild der finanziellen Situation abgibt.

Das setzt falsche Zeichen für Investor*innen und Bürger*innen und führt zu Marktverzerrungen. So müsste ein biologisch angebauter und fair gehandelter Apfel unter Berücksichtigung aller sozialen, ökologischen und gesundheitlichen Folgekosten bspw. eigentlich günstiger sein als ein konventioneller Apfel.

Die Lösung? Werte für ein sozial-ökologisches Wirtschaftssystem

Eine neue Art der Wertebestimmung ist daher notwendig, um bessere ökonomische Entscheidungen treffen zu können, die sozial-ökologische Faktoren einbeziehen. Die Wertebestimmung muss sich zwingend an den Wirkungen auf und Abhängigkeiten von Umwelt und Gesellschaft beziehen.

Verschiedene Methoden, wie z.B. „Richtig Rechnen“ oder „True Cost Accounting“ (TCA) verfolgen genau diesen Ansatz und bemessen für landwirtschaftliche Produkte den „wahren Wert“.